Alpe d’Huez: Rubio scheidet nach schwerem Unfall aus, Paret-Peintre verliert Bergtrikot

Schwerer Unfall beendet Tour für Einer Rubio
Der kolumbianische Radprofi Einer Rubio musste die Tour de France nach einem schweren Unfall auf der Etappe nach Alpe d’Huez aufgeben. Rund fünf Kilometer vor dem Ziel prallte der Movistar-Fahrer gegen das Heck eines Begleitfahrzeugs des UAE Team Emirates. Das Fahrzeug hatte abrupt gebremst, nachdem ein Zuschauer auf die Straße gelaufen war. Videoaufnahmen in sozialen Medien zeigten die Vollbremsung des Wagens.
Rubio erlitt bei dem Aufprall mehrere Platzwunden im Gesicht, die laut seinem Team mit 20 Stichen genäht werden mussten. Trotz der Verletzungen gab es die gute Nachricht, dass keine Brüche festgestellt wurden. Rubio konnte das Krankenhaus in Grenoble noch am Abend des Unfalls verlassen.
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Der Unfall ereignete sich, als Tadej Pogacar an Rubio vorbeifuhr und das Teamfahrzeug von UAE Emirates folgte. Ein Zuschauer, der offenbar etwas aufheben wollte, stürzte direkt vor das Begleitfahrzeug und löste die Notbremsung aus. Tobias Halland Johannessen, der sich zum Zeitpunkt des Unfalls hinter Rubio befand, beschrieb den Vorfall als nicht gut anzusehen und äußerte die Hoffnung, dass es Rubio gut gehe.
Ärzte waren schnell vor Ort, um Rubio zu versorgen, der das Rennen nicht fortsetzen konnte. Vor der 19. Etappe lag Rubio auf dem 27. Platz der Gesamtwertung. Die Tour de France musste er damit beenden. Die Sorge vor den Fanmassen am Anstieg nach Alpe d’Huez war auch bei anderen Fahrern groß, darunter Remco Evenepoel und Tadej Pogacar, die ein „Chaos“ befürchteten.
Wechsel im Bergtrikot und Pogacars Rekordfahrt
Auf der 19. Etappe der Tour de France gab es einen Wechsel an der Spitze der Bergwertung. Valentin Paret-Peintre konnte das Bergtrikot nur kurzzeitig übernehmen und verlor es noch auf derselben Etappe wieder. Zunächst sammelte er einige Punkte, doch dann ließen ihn offenbar die Kräfte im Anstieg nach Alpe d’Huez im Stich, und er fiel zurück.
Richard Carapaz nutzte die Gelegenheit und sicherte sich im Etappenfinale entscheidende Zähler, wodurch er das gepunktete Trikot von Paret-Peintre übernahm. Die aktuelle Bergwertung führt Richard Carapaz mit 91 Punkten an, gefolgt von Tadej Pogacar mit 90 Punkten und Valentin Paret-Peintre mit 84 Punkten. Remco Evenepoel liegt mit 42 Punkten auf dem vierten Platz.


Bereits auf der 18. Etappe hatte Valentin Paret-Peintre das Bergtrikot um nur einen Punkt verpasst. Er fuhr auf den vierten Platz und sammelte 19 Punkte, was ihm insgesamt 69 Punkte einbrachte. Damit fehlte ihm genau ein Punkt, um den damaligen Führenden Tadej Pogacar zu überholen. Ein dritter Platz hätte ausgereicht, um die Führung in der Bergwertung zu übernehmen.
Unterdessen stellte Tadej Pogacar in Alpe d’Huez einen neuen Rekord auf. Der Slowene bewältigte den 13,8 Kilometer langen Alpenanstieg in 35:26 Minuten. Damit war er 1:24 Minuten schneller als Marco Pantani, der den Berg im Jahr 1995 in 36:50 Minuten erklommen hatte. Pogacar sicherte sich damit seinen fünften Tageserfolg bei der Tour 2026 und seinen 26. insgesamt bei der Frankreich-Rundfahrt.
Sprintwertung und weitere Ereignisse
In der Sprintwertung konnte Mads Pedersen seinen Vorsprung weiter ausbauen. Er gewann die Sprintwertung auf der 19. Etappe vor dem Anstieg nach Alpe d’Huez und sicherte sich 25 Punkte. Sein Konto erhöhte sich damit auf 502 Zähler. Sein einziger verbliebener Konkurrent, Jasper Philipsen, der 445 Punkte hat, ging auf dieser Etappe leer aus. Biniam Girmay liegt mit 361 Punkten deutlich zurück.
Zuvor hatte Mads Pedersen auf der 18. Etappe ebenfalls die Maximalzahl von 25 Punkten geholt, während Philipsen leer ausging. Dies verschaffte Pedersen einen Vorsprung von 32 Punkten, obwohl in den kommenden Tagen weitere Sprintwertungen anstehen. Jasper Philipsen hatte die 17. Etappe der Tour de France gewonnen und damit seinen elften Etappensieg bei der Tour erzielt, wodurch er in der ewigen Bestenliste an Wout van Aert vorbeizog und nun gleichauf mit André Greipel liegt.
Für das Tudor Pro Cycling Team gab es einen Schreckmoment, als Marco Haller stürzte, jedoch Glück hatte, dass ein großes Kissen an der richtigen Stelle lag. Die deutschen Fahrer zeigten sich vor der 19. Etappe nach Alpe d’Huez zwischen Vorfreude und Respekt hin- und hergerissen, da sie eine Ausnahmestimmung und zugleich Schmerz erwarteten. Paul Seixas, ein 19-jähriges französisches Radsport-Wunderkind, äußerte vor seiner Tour-Premiere in Alpe d’Huez Bedenken wegen der großen Fanmassen und der Gefahr eines Sturzes.
Die 19. Etappe startete in Gap und führte über 128 Kilometer, darunter Anstiege zum Col de Bayard und dem Col de Noyer, bevor die 21 Kurven hinauf nach Alpe d’Huez begannen. Die Straßenränder waren bereits am Morgen voller Menschen, die den Massenansturm auf die Kehren nach Alpe d’Huez bildeten.
Die Tour sah auch Diskussionen über nächtliche Dopingkontrollen, die bei Fahrern wie Tadej Pogacar Bedenken hinsichtlich der Konzentration auslösten. Zudem gab es Krankheitsfälle im UAE-Team, die das Rennen beeinflussen könnten, insbesondere für Fahrer, die noch einen Erfolg benötigten. Tim Wellens vom UAE-Team konnte auf der 18. Etappe ein Tour-Aus knapp verhindern, indem er das Zeitlimit erreichte.
Die Tour-Organisatoren hatten für die 20. Etappe erneut eine Fahrt durch die Massen nach Alpe d’Huez vorgesehen, diesmal mit einer noch anspruchsvolleren Anfahrt, die Tour-Chef Christian Prudhomme als die „härteste Bergetappe der Tour-Geschichte“ ankündigte.
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Source: sportschau.de