Ana Ivanović spricht über Panikattacken und Karriereende

Die ehemalige Tennis-Weltranglistenerste Ana Ivanović hat erstmals öffentlich über die Gründe ihres frühen Karriereendes gesprochen. In einer kroatischen TV-Show enthüllte die 38-Jährige, dass mentale Erschöpfung und Panikattacken eine zentrale Rolle spielten. Ivanović beendete ihre Profikarriere im Dezember 2016, kurz nachdem sie ihren 29. Geburtstag gefeiert hatte.
Für viele Fans kam der Rücktritt der Serbin überraschend. Sie sprach in der Talkshow „(Ne)uspjeh Prvaka“ mit dem kroatischen Fußballtrainer Slaven Bilić über die wahren Hintergründe ihrer Entscheidung. Ivanović betonte, dass der Rücktritt keine spontane Wahl war, sondern sich über einen längeren Zeitraum entwickelte.
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Mentale Belastung und Verletzungen
Ivanović erklärte, dass sie bereits in ihren Zwanzigern wusste, nicht bis zum Alter von 40 Jahren spielen zu wollen, da sie andere Lebensziele verfolgte. Doch neben persönlichen Prioritäten trugen auch eine Reihe von Verletzungen zu ihrer Entscheidung bei. Die ehemalige Nummer eins der Welt schilderte eine Verletzungsspirale, die im Jahr 2015 begann.
Sie startete das Jahr 2015 vielversprechend, erlitt jedoch kurz vor den Australian Open eine Fußverletzung, als sie sich den kleinen Zeh brach. Trotz Schmerzmitteln konnte sie nicht ihre gewohnte Leistung abrufen. Diese Verletzung breitete sich auf ihr Knie aus, was zu Knieschmerzen führte. Die anhaltenden körperlichen Beschwerden und Entzündungen führten schließlich zu einer mentalen Erschöpfung.
Die größte Belastung stellte jedoch die mentale Komponente dar. Ivanović gestand, dass sie in den letzten Jahren ihrer Karriere unter heftigen Panikattacken litt, sobald sie den Tennisplatz betrat. „Ich habe nie darüber gesprochen, aber ich hatte wirklich heftige Panikattacken“, offenbarte sie. Diese Angst wurde so überwältigend, dass sie kaum noch in der Lage war, zu funktionieren.
Die Vorstellung, am nächsten Tag wieder vor Publikum spielen zu müssen, erfüllte sie mit panischer Angst. Viele Beobachter wunderten sich während ihrer Matches, wenn ihr Spiel plötzlich zusammenbrach, doch die wahren Gründe blieben unbekannt. Ivanović, die 2008 die French Open gewann und insgesamt 15 Titel auf der Tour holte, hatte immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen.


Ein schwieriger Abschied vom Tennis
Trotz der intensiven Panikattacken fiel es Ivanović nicht leicht, ihre Karriere im Alter von nur 29 Jahren zu beenden. Sie beschrieb Tennis als ihre erste Liebe und etwas, das sie seit ihrem fünften Lebensjahr begleitet hatte und in dem sie sehr gut war. Dennoch empfand sie den Zeitpunkt als richtig für sich.
Ivanović ist nicht die einzige Tennisspielerin, die über Panikattacken gesprochen hat. Der US-Amerikaner Mardy Fish ist ein prominentes Beispiel, der seine Erfahrungen in der Netflix-Dokumentation „Untold: Breaking Point“ teilte. Ivanović äußerte, dass sie die großen Turniere, den Wettkampf und das Adrenalin vermisse, ihre Entscheidung aber nicht bereue.
Sie ist mit ihrer aktuellen Lebenssituation zufrieden und wurde vor einigen Wochen als letzte Gegnerin ihrer Freundin Angelique Kerber bei deren offiziellem Abschied verabschiedet. Die beiden Frauen verbrachten kürzlich auch gemeinsam einen Urlaub auf Capri.
Ivanovićs sportliche Bilanz ist trotz der mentalen Herausforderungen beachtlich. Ihre Offenbarung in der kroatischen Talkshow wirft ein Licht auf die oft unsichtbaren mentalen Belastungen im Spitzensport, über die selten gesprochen wird. Die 38-Jährige beendete ihre Karriere Ende 2016.
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Source: t-online.de