Fifa-Präsident Infantino: Wer unterstützt ihn, wer stellt sich gegen ihn?

Gianni Infantino plant, sich trotz internationaler Kritik bei der Fifa-Präsidentenwahl am 18. März 2027 erneut zur Wahl zu stellen. Eine Wiederwahl würde seine Amtszeit bis 2031 verlängern. Die Uefa hält derweil an ihrem Boykottplan fest, und nach dem gescheiterten Investorendeal steuert der Weltfußball auf einen Machtkampf zu.
Knapp drei Wochen nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft melden sich immer mehr Verbände zu Wort. Einige unterstützen Infantino, andere stellen sich gegen ihn.
Casino Boni
100% bis zu 500€ + 200 Freispiele
- Willkommenspaket bis zu 1.500€
- 10% wöchentliches Cashback



100% bis zu 750€ + 150 Freispiele
- Bis zu 2.000€ auf die ersten 3 Einzahlungen
- 25% Reload-Bonus jeden Montag



150% bis zu 300€ + 100 Freispiele
- Willkommensbonus bis zu 1.000€
- 50 Freispiele jeden Freitag
Europa und Nordamerika stellen sich gegen Infantino
Die Uefa, der europäische Dachverband mit 55 stimmberechtigten Fifa-Mitgliedsverbänden, hat sich deutlich gegen Infantino positioniert. Unter der Führung von Präsident Aleksander Čeferin hält die Uefa an der Drohung eines WM-Boykotts fest. Der Kontinentalverband forderte Zusicherungen, dass Versuche, den Fußball zu entstellen, nicht wieder unternommen werden.
Die Uefa teilte zudem mit, das Vertrauen in Infantino verloren zu haben. Einzelne Mitgliedsverbände wie Serbien und Wales haben ihre Unterstützung für Infantino zurückgezogen. Der norwegische Fußballverband forderte Infantino sogar zum sofortigen Rücktritt auf.
Auch der nord- und mittelamerikanische Dachverband Concacaf stellte sich unerwartet gegen die Investorenpläne des Fifa-Präsidenten. Obwohl nicht alle der 35 stimmberechtigten Nationen grundsätzlich gegen Infantino sind, könnte ein gestiegenes Interesse bestehen, Victor Montagliani aus Kanada zum nächsten Fifa-Chef zu machen. Der mexikanische Verband sicherte Infantino jedoch öffentlich seine Unterstützung zu, und weitere Nationen könnten diesem Beispiel folgen, da viele kleinere Staaten von Infantinos Expansionskurs profitieren.
Unterstützung aus Afrika und Südamerika
Mit 54 stimmberechtigten Fifa-Mitgliedsverbänden ist Afrika sportpolitisch etwa so mächtig wie Europa. Der Dachverband Caf bekräftigte nach einer Fifa-Sitzung in Marokko einstimmig seine Unterstützung für den Präsidenten und dankte ihm für seine Unterstützung des afrikanischen Fußballs. Die Caf dankte der Fifa-Verwaltung auch für die erfolgreiche Austragung der WM 2026, bei der Afrika erstmals zehn Teilnehmer stellte.
Die Belastbarkeit dieser Stellungnahme der Caf-Führung bleibt umstritten. Dennoch ist die deutliche Unterstützung kurz nach dem Scheitern der Investorenpläne ein klares Zeichen.
Der südamerikanische Kontinentalverband Conmebol stellte sich nicht kategorisch gegen Infantinos Pläne. Nach deren Rückzug äußerte der Verband jedoch einstimmig Besorgnis über die wiederholt einseitigen Maßnahmen rund um den geplanten Verkauf von WM-Rechten. Einzelne Nationalverbände wie Argentinien und Paraguay haben sich dennoch pro Infantino ausgesprochen. Argentiniens Verband lobte in einem öffentlichen Brief an Infantino ein Managementteam, das einen tiefgreifenden Wandel der Fifa bewirkt habe.
Für die WM 2030 sind Argentinien, Paraguay und Uruguay anlässlich des 100-jährigen WM-Jubiläums für jeweils ein Eröffnungsspiel ihrer Nationalteams vorgesehen.
Asien und Ozeanien zeigen geteilte Meinungen
Der asiatische Dachverband AFC stellte sich schnell gegen Infantinos Investorenpläne, jedoch nicht gegen den Präsidenten selbst. Infantino kann auf knapp zehn Unterstützer aus dem asiatischen Raum zählen, darunter der ehemalige WM-Gastgeber Katar sowie kleinere Fußballnationen wie die Mongolei und die Philippinen. Verbände wie Jordanien sprachen sich hingegen gegen den Schweizer aus. Saudi-Arabien, das 2034 WM-Gastgeber sein wird, hat sich bislang nicht positioniert.
In Ozeanien gibt es bislang keine inhaltliche Positionierung der Oceania Football Confederation (OFC) zum gescheiterten Investorenplan. Da die kleinen Nationen von Neukaledonien bis Vanuatu in den letzten Jahren von Infantinos Expansionspolitik profitiert haben, könnten sie ein Interesse an seiner Fortführung haben.
Gescheiterte Investorenpläne und juristische Fragen
Die Investorenpläne von Fifa-Chef Infantino, die eine Umstrukturierung des Verbandes zu einem globalen Wirtschaftsunternehmen vorsahen, sind vorerst gescheitert. Ein Strategiepapier, das gemeinsam mit J.P. Morgan entstand, zeigte diese Vision auf. Die Präsentation dokumentierte die Zusammenarbeit mit Logos beider Organisationen und dem Vermerk „Strictly Private And Confidential“.
J.P. Morgan hatte bereits 2021 eine Milliardenfinanzierung für die gescheiterte europäische Super League zugesagt und baute seine Investitionen im Sport seit Jahren aus. Die Bank gründete 2024 eine eigene Sports Investment Banking Group. Die New York Times berichtete über frühere Berührungspunkte zwischen Infantino und Mary Erdoes, einer ranghöchsten Managerin der Bank.
Die Fifa bestätigte, dass J.P. Morgan den Prozess zum Aufbau einer internationalen Investorengruppe begleitet hat. Ziel war eine breit aufgestellte Investorengruppe für eine geplante Kapitalaufnahme von bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar. Das Papier betonte, dass Statuten, Stimmrechte und das Prinzip „ein Mitglied, eine Stimme“ unangetastet bleiben sollten, und stellte den Verbänden deutlich höhere Fördermittel in Aussicht, die von rund 1,7 Milliarden US-Dollar im Zyklus 2023 bis 2026 auf bis zu 8,4 Milliarden US-Dollar im Zyklus 2027 bis 2030 steigen sollten.
Der gescheiterte Investorendeal wirft neue juristische Fragen auf, die nicht nur für Gianni Infantino, sondern auch für hochrangige Fifa-Mitarbeiter relevant sein könnten. Nach massiver Kritik aus der Uefa und mehreren Mitgliedsverbänden entschuldigten sich Infantino und Generalsekretär Mattias Grafström öffentlich für das Vorgehen und räumten ein, die Verbände nicht ausreichend eingebunden zu haben.


Source: zeit.de