Löhnerin Kristin Pudenz erreicht Diskus-Finale bei EM in Birmingham

Die Diskuswerferin Kristin Pudenz aus Löhne hat sich bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham für das Finale qualifiziert. Trotz eines Bandscheibenvorfalls, der ihre Vorbereitung beeinträchtigte, sicherte sich die Athletin des OSC Potsdam einen Platz unter den besten zwölf Werferinnen. Das Finale ist für Freitagabend terminiert.
Pudenz, die bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio die Silbermedaille gewann und bei den Europameisterschaften 2022 in München ebenfalls Silber holte, zeigte sich nach ihrer Qualifikation optimistisch. Ihre persönliche Bestleistung von 67,87 Meter, aufgestellt bei der EM 2022, ist weiterhin gültig. Damals wurde sie nur von Sandra Perkovic, die inzwischen Sandra Elkasevic heißt, um acht Zentimeter übertroffen.
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Weg zurück nach Bandscheibenvorfall
Im März wurde bei Kristin Pudenz ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert, was eine Wettkampfpause und den Ausfall vieler Trainingseinheiten zur Folge hatte. Dies wirkte sich auf ihre technische Umsetzung aus, da ihr die notwendigen Würfe fehlten. Dennoch kämpfte sie sich zurück und erreichte Ende Juli bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid den zweiten Platz mit einer Weite von 64,00 Meter. Diese Leistung sicherte ihr die Qualifikation für die Europameisterschaften in England.
Bei den Deutschen Meisterschaften endete Pudenz‘ beeindruckende Serie von sechs nationalen Titeln in Folge im Diskuswerfen. Ihre Dauerrivalin Shanice Craft vom SV Halle triumphierte mit 66,18 Meter und löste Pudenz als Dauersiegerin ab. Trotz der Herausforderungen durch ihre Verletzung ist Pudenz gesundheitlich wieder in guter Verfassung und geht die EM mit Optimismus an.
Pudenz‘ beste Weite in diesem Jahr liegt bei 64,28 Meter, erzielt beim Wurfmeeting in Schöneberg. Für eine Medaille bei der EM hält sie eine Weite von über 65 Meter für notwendig. Sie sieht die ersten beiden Plätze an die niederländischen Athletinnen Jorinde van Klinken und Alida van Daalen vergeben, sieht aber Chancen auf den dritten Platz an einem guten Tag.
Deutsches Duo im Finale, Steinacker ausgeschieden
Neben Kristin Pudenz hat auch Shanice Craft das Finale erreicht. Craft übertraf in der Qualifikation bereits im ersten Versuch die geforderte Weite von 62,50 Meter und erzielte mit 63,46 Meter die zweitbeste Weite hinter der Schwedin Vanessa Kamga (64,55 Meter). Craft zeigte sich zufrieden mit ihrer Leistung und betonte, dass alles nach Plan verlaufen sei.
Kristin Pudenz erreichte das Finale mit einer Weite von 60,48 Meter, was zwar unter dem direkten Qualifikationswert lag, aber als Gesamtachte für den Einzug in die Runde der besten zwölf Athletinnen ausreichte. Die dritte deutsche Teilnehmerin, Marike Steinacker vom TSV 04 Bayer Leverkusen, schied hingegen aus. Steinacker, die bei den Deutschen Meisterschaften nur Fünfte mit 57,78 Meter wurde, kam in Birmingham in ihrem einzigen gültigen Versuch auf 54,05 Meter. Sie hatte im Vorfeld mit Wadenproblemen und einer Krankheit zu kämpfen, was ihre Vorbereitung beeinträchtigte.
Die Titelverteidigerin Sandra Elkasevic aus Kroatien, die seit 2010 siebenmal in Folge EM-Gold gewonnen hatte, nimmt in diesem Jahr nicht teil. Sie legt eine Wettkampfpause ein, um sich auf die Weltmeisterschaften im September 2027 vorzubereiten. Dies bedeutet, dass es seit 2010 erstmals eine neue Europameisterin im Diskuswerfen geben wird.
Kristin Pudenz blickt bereits über die EM hinaus. Ende August möchte sie die Freiluftsaison mit einer guten Leistung beim ISTAF in Berlin beenden. Ihr großes Ziel bleibt die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles.
Source: nw.de