Rabat: Fifa-Spitze sichert Gianni Infantino volle Unterstützung zu

Infantino erhält Rückendeckung nach Krisensitzung
In der marokkanischen Hauptstadt Rabat hat die Führungsspitze des Fußball-Weltverbandes Fifa nach einer Krisensitzung ihre volle Unterstützung für Präsident Gianni Infantino bekundet. Eine Erklärung nach dem Treffen bestätigte, dass der Fifa-Generalsekretär und die anwesenden Mitglieder der Geschäftsleitung ihre uneingeschränkte Unterstützung für Infantino bekräftigten. Dies geschieht, obwohl es im Vorfeld Kritik und Distanzierungen gab.
Infantino, der seit 2016 im Amt ist, sprach seinerseits Generalsekretär Mattias Grafström seine volle Unterstützung aus. Dies ist bemerkenswert, da Grafström sich zuvor öffentlich von Infantino distanziert und in einer internen E-Mail von einer „traurigen Reihe von Ereignissen“ gesprochen hatte. Trotz dieser früheren Äußerungen saßen Grafström und Infantino am Mittwochabend gemeinsam auf der Tribüne beim Spiel des Africa Cup of Nations der Frauen zwischen Malawi und Sambia.
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Auseinandersetzung um Investorenpläne und Integrität
Die Fifa räumte in ihrer jüngsten Erklärung auch Fehler ein, insbesondere im Zusammenhang mit den gescheiterten Plänen zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren. Es sei nicht beabsichtigt gewesen, dem Fifa-Rat und den Mitgliedsverbänden das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein. Die Organisation erklärte, dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen.
Die Pläne hatten zuvor für Empörung in der Fußballwelt gesorgt, und obwohl Infantino die Idee verwarf, wächst der Widerstand gegen ihn, besonders in Europa. Die Fifa betonte jedoch, keinerlei Angriffe auf ihre Integrität zu dulden und alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen.
Ein Bericht der „Times“ sorgte zusätzlich für Aufsehen, indem er behauptete, Infantino habe Marokko die Austragung des WM-Finals 2030 versprochen, im Gegenzug für die Unterstützung des Landes. Die Fifa dementierte diesen Bericht umgehend und erklärte, es sei falsch und irreführend, solche Behauptungen aufzustellen. Eine Entscheidung über den Austragungsort des Finales werde zu gegebener Zeit getroffen.
Die WM 2030 wird gemeinsam von Spanien, Portugal und Marokko ausgerichtet, wobei die ersten drei Spiele in Südamerika (Uruguay, Argentinien und Paraguay) stattfinden sollen. Der Bericht der „Times“ erwähnte zudem, dass das Finale im neuen Hassan-II.-Stadium in Casablanca mit 115.000 Plätzen stattfinden könnte, was als Affront gegen Spanien und Europa gewertet wurde.
Ausblick auf die Zukunft von Infantino
Trotz der Kritik und der Kontroversen um die Investorenpläne und die Berichte über das WM-Finale 2030, sagen Fifa-Insider eine Wiederwahl Infantinos im März voraus. Obwohl es im Zuge der Investoren-Affäre einen großen Sturm der Entrüstung gab und viele Verbände mit einem WM-Boykott drohten, reichen die Gegenstimmen der 55 Uefa-Länder bei insgesamt 211 Fifa-Mitgliedern nicht aus, um den Präsidenten abzusetzen.
Die Uefa hatte Infantino offiziell das Vertrauen entzogen, doch die Struktur der Fifa-Mitgliederversammlung scheint seine Position zu sichern. Die jüngste Krisensitzung in Rabat unterstreicht die interne Geschlossenheit der Fifa-Führung hinter ihrem Präsidenten, trotz der öffentlichen Debatten und der eingeräumten Fehler in der Kommunikation.
Die Fifa wird weiterhin alle notwendigen Schritte unternehmen, um ihre Integrität und ihren Ruf zu schützen, wie aus der Erklärung nach dem Treffen hervorgeht. Die Entscheidung über den Austragungsort des WM-Finals 2030 steht noch aus.
Source: bild.de