Birmingham: Diskussionen nach EM-Finale über 3000 Meter Hindernis

Nach dem Finale über 3000 Meter Hindernis bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham kam es zu einer Diskussion zwischen den deutschen Läuferinnen Gesa Felicitas Krause und Lea Meyer. Krause gewann die Goldmedaille, während Meyer nach einem Sturz am letzten Wassergraben Vierte wurde. Meyer äußerte sich kritisch über die Taktik ihrer Teamkollegin, revidierte ihre Aussagen jedoch später.
Meyer, die lange Zeit das Tempo im Rennen bestimmte, kritisierte Krause dafür, sich fast den gesamten Lauf über im Windschatten aufgehalten zu haben. Meyer sagte, dass Krause bewusst keinen Meter Führungsarbeit leisten wolle, sondern abwarte, um dann auf den letzten Metern anzugreifen. Krause, die ihren dritten EM-Titel nach 2016 und 2018 gewann, zog im Schlussspurt an Meyer vorbei.
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Meyers Reaktion und spätere Klarstellung
Unmittelbar nach dem Rennen zeigte sich Lea Meyer enttäuscht und wütend über ihren Sturz am letzten Wassergraben. Sie betonte, dass sie sich selbst die Schuld für den Sturz gebe und dass sie die Medaille verdient gehabt hätte. Meyer stürzte bereits bei der WM 2022 im Wassergraben. Sie erklärte, dass sie sich als die beste Hindernisläuferin Europas vom Leistungsvermögen her sehe und kündigte an, bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles die deutsche Rekordhalterin sein zu wollen. Der aktuelle deutsche Rekord von 9:03:30 Minuten wurde 2019 von Gesa Krause aufgestellt, während Meyers persönliche Bestleistung bei 9:09,13 liegt.
Am Morgen nach dem Rennen relativierte Meyer ihre kritischen Äußerungen in einem Instagram-Post. Sie schrieb, dass Gesa Krause verdient Europameisterin geworden sei und die beste Taktik gewählt habe. Meyer betonte, dass Cleverness und Taktik entscheidende Faktoren in einer Meisterschaft seien und dass sie jedem Erfolg gönne, der diese perfektioniert habe. Sie erklärte, dass ihr Interview von Emotionen geleitet gewesen sei und kündigte an, künftig nach emotionalen Rennen die Interview-Zone meiden zu wollen.


Krauses gelassene Antwort und sportliche Leistung
Gesa Krause reagierte gelassen auf die Kritik ihrer Teamkollegin. Sie erklärte, dass die Entscheidung, die Führungsarbeit zu übernehmen, jedem selbst überlassen sei und dass sie persönlich nicht der Typ für die Frontarbeit sei. Krause bevorzugt es, auf dem letzten Kilometer oder der letzten Runde Gas zu geben, besonders bei Meisterschaften. Diese Taktik setzte sie auch in Birmingham um, was ihr zum dritten EM-Gold verhalf.
Mit 34 Jahren lieferte die WM-Dritte von 2015 und 2019 erneut eine Meisterleistung ab. Nach acht Jahren ist sie wieder die Königin Europas im Hindernislauf. Krause äußerte sich stolz über ihren Erfolg und betonte, dass solche Momente nicht mehr so häufig kommen würden. Nach dem Rennen feierte sie ihren Sieg mit ihrer Tochter Lola.


Neben Gesa Krause, die Gold gewann, sicherte sich auch Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier) eine Medaille im 3000-Meter-Hindernislauf, indem sie Bronze holte. Dies war eine von insgesamt fünf Medaillen, die deutsche Leichtathleten am Donnerstagabend im Alexander Stadium bejubeln durften. Dazu gehörten auch Gold und Silber im Zehnkampf für Leo Neugebauer (VfB Stuttgart) und Niklas Kaul (USC Mainz) sowie Bronze für Diskuswerfer Henrik Janssen (SC Magdeburg).
Henrik Janssen erhielt seine Bronzemedaille am Freitagabend auf der Medal Plaza von Jürgen Kessing, dem ehemaligen DLV-Präsidenten. Janssen hatte im Finale mit einer Saisonbestleistung von 69,53 Metern überrascht und den dritten Platz belegt, hinter Kristjan Ceh aus Slowenien (72,51 m) und Mykolas Alekna aus Litauen (69,89 m). Die Europameisterschaften 2026 in Birmingham boten somit eine Reihe von bemerkenswerten Leistungen und Medaillengewinnen für die deutschen Athleten.


Source: web.de