Birmingham: Deutsche Sprint-Staffel gewinnt Silber ohne Owen Ansah

Die deutsche 4×100-Meter-Staffel hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham die Silbermedaille gewonnen. Das Team, bestehend aus Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah, erreichte das Ziel in 38,64 Sekunden. Sie mussten sich lediglich den favorisierten Briten geschlagen geben, die in 38,45 Sekunden Gold holten. Belgien sicherte sich mit 38,70 Sekunden die Bronzemedaille.
Die Staffel trat ohne Owen Ansah an, der bei derselben Veranstaltung bereits Gold über 200 Meter und Bronze über 100 Meter gewonnen hatte. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte Ansah vorsorglich nicht für die Staffel aufgestellt, um eine mögliche nachträgliche Disqualifikation zu vermeiden. Ansah verfolgte das Rennen als Zuschauer.
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Erfolgreicher Staffel-Auftritt
Nach der Bronzemedaille bei der EM in Rom 2024 konnte sich die deutsche Sprintstaffel in Birmingham um einen Platz verbessern. Die Athleten zeigten saubere Wechsel und starke Sprintleistungen. Im Vorlauf hatte das Quartett mit 38,57 Sekunden die drittschnellste Zeit aller Qualifikanten erzielt und sich souverän für das Finale qualifiziert.
Die Zusammensetzung der Staffel im Finale war identisch mit der im Vorlauf. Kevin Kranz übergab den Stab sauber an Marvin Schulte, der die Gegengerade absolvierte und an Heiko Gussmann weitergab. Gussmann schickte Schlussläufer Lucas Ansah-Peprah auf der zweiten Position liegend auf die Zielgerade. Trotz des Tempos von Belgien und den Niederlanden hielt Ansah-Peprah seine Position.


Lucas Ansah-Peprah äußerte sich nach dem Rennen: „Ich wollte einfach um mein Leben laufen. Ich habe gesehen, dass so viele Läufer gleichauf waren. Mein Job war es, alle einzusammeln und das habe ich – denke ich – auch gut gemacht. Ich habe erst etwas später realisiert, dass wir Vize-Europameister sind. Unser Ziel war es, eine Medaille zu holen. Ich bin mega stolz auf die ganze Truppe hier.“
Stimmen der Athleten
Kevin Kranz vom Sprintteam Wetzlar hob die schwierigen Bedingungen hervor: „Es war sehr kalt. Vor allem im Vergleich zu heute Vormittag. Deswegen musste man versuchen, sich warm zu halten. Ich denke, dass wir das gut hinbekommen haben und ein ultra gutes Race hingelegt haben. Ich kann den Jungs nur meinen Dank aussprechen, dass wir als Team hier stehen. Wir können uns immer gegenseitig aufeinander verlassen – jetzt haben wir Silber geholt. Das ist grandios. Vor allem bei den Bedingungen, es war sehr windig und kalt. Wir haben unser Bestes gegeben und uns mit Silber belohnt.“
Marvin Schulte vom ASV Köln betonte die Teamleistung: „Das war eine super Teamleistung. Alle gehören zum Team und wir sind dankbar für jeden Einzelnen, auch unsere Ersatzläufer Jan-Eric Frehe und Robin Ganter. Wir sind immer alle bereit, falls mal etwas passiert. Einfach ein großes Dankeschön an das gesamte deutsche Team. Was hier alle leisten und wie gut das Team zusammenhält, das stimmt mich einfach froh – vor allem auch für die Zukunft.“
Heiko Gussmann, ebenfalls vom Sprintteam Wetzlar, freute sich über seine Teilnahme bei den Erwachsenen: „Ich bin froh, das erste Mal bei den Erwachsenen mit dabei sein zu dürfen. Ich habe einfach mein Bestes gegeben und gemerkt, dass ich dem Briten vom Gefühl her immer näher gekommen bin.“
Obwohl die Staffel ohne Owen Ansah antrat, der für den Hamburger SV startet, bestätigte das Team sein konstant starkes Niveau im internationalen Staffelgeschehen. Die deutschen Sprinter hatten bereits im Frühjahr bei den World Relays in Botswana Bronze gewonnen. Der Titelverteidiger Italien wurde nach einer Disqualifikation nicht gewertet.


Die deutsche Staffel erreichte in Birmingham einen weiteren Erfolg, nachdem sie bereits bei der EM in Rom 2024 eine Bronzemedaille gewonnen hatte.
Source: bild.de