Birmingham: Julian Weber gewinnt EM-Gold im Speerwurf, Nick Thumm holt Silber

Deutscher Doppelsieg im Speerwurf
Julian Weber hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham seine zweite EM-Goldmedaille im Speerwurf gewonnen. In einem spannenden Wettbewerb setzte er sich im letzten Versuch durch. Sein Teamkollege Nick Thumm sicherte sich überraschend die Silbermedaille und machte damit den deutschen Doppelerfolg perfekt.
Weber, der bereits 2022 EM-Gold gewann, zeigte sich in Topform, obwohl er in diesem Jahr mit Achillessehnen- und Rückenproblemen zu kämpfen hatte, die sein Wurftraining einschränkten. Er legte im ersten Versuch eine Weite von 83,71 Meter vor und führte lange Zeit den Wettbewerb an. Nach einer starken Qualifikation mit 84,02 Meter hatte er sich eigentlich noch mehr vorgenommen.
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Die Konkurrenz rückte im Verlauf des Wettkampfes näher an Weber heran. Im fünften Versuch gelang es Thumm, sich mit einem Wurf von 83,76 Meter von Platz vier an die Spitze zu katapultieren, fünf Zentimeter weiter als Webers bisherige Bestleistung. Dies führte zu einem dramatischen letzten Durchgang, in dem bereits feststand, dass Gold und Silber an Deutschland gehen würden.
Im letzten Versuch zeigte Weber seine Klasse und schleuderte den Speer auf beeindruckende 90,40 Meter. Dieser Wurf sicherte ihm nicht nur die Goldmedaille, sondern stellte auch einen neuen Meisterschaftsrekord auf. Thumm, der sich erst kurz vor der EM qualifiziert hatte, konnte diesen Wurf nicht mehr kontern und freute sich über seine Silbermedaille bei seinem EM-Debüt. Bronze ging an den Letten Patriks Gailums mit 82,97 Meter.
Herausforderungen und Erfolge
Webers Sieg in Birmingham ist auch eine kleine Revanche für frühere Enttäuschungen bei Großereignissen. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris belegte er den sechsten Platz, und bei der Weltmeisterschaft 2025 in Tokio wurde er Fünfter. Bei den Olympischen Spielen in Tokio und den Weltmeisterschaften 2022 und 2023 erreichte er jeweils den vierten Platz.
Trotz seiner gesundheitlichen Probleme hatte Weber in diesem Jahr kaum volle Wurfeinheiten absolvieren können. Er nutzte Wettkämpfe wie das Meeting in Luzern und die Deutschen Meisterschaften als Trainingseinheiten. Er betonte, dass er seit der WM nur wenige Wurfeinheiten hatte, die zudem selten aus vollem Anlauf erfolgten.
Thumm, der mit 21 Jahren bei seiner ersten EM antrat, hatte bereits in der Qualifikation eine persönliche Bestweite erzielt und diese im Finale nochmals übertroffen. Er startete im Finale mit 81,10 Meter und verbesserte sich im vierten Durchgang, bevor Weber im letzten Versuch konterte.
Weitere deutsche Medaillen und Leistungen
Neben dem Speerwurf-Erfolg gab es für Deutschland weitere Medaillen. Die deutsche 4×100-Meter-Staffel der Männer gewann Silber. Das Quartett bestehend aus Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah sprintete in 38,64 Sekunden auf den zweiten Platz. Die Briten sicherten sich den Sieg in 38,45 Sekunden, während Belgien mit 38,70 Sekunden Bronze holte.
Im Hochsprung der Frauen belegte Christina Honsel den vierten Platz, nachdem sie 1,92 Meter überwand. Die Goldmedaille ging an Yaroslava Mahuchikh aus der Ukraine, die 1,97 Meter erreichte. Im Siebenkampf erreichte Sophie Weißenberg den fünften Platz mit 6.496 Punkten, zwei Jahre nach einem Achillessehnenriss bei den Olympischen Spielen in Paris. Die Irin Kate O’Connor gewann den Siebenkampf mit 6.751 Punkten.
Im 1.500-Meter-Rennen der Männer belegte Robert Farken den neunten Platz. Der Niederländer Stefan Nillessen gewann überraschend den Titel in 3:35,70 Minuten. Insgesamt blickt der Deutsche Leichtathletik-Verband vor dem Schlusstag der EM auf eine erfolgreiche Veranstaltung mit 15 Medaillen, darunter vier goldene, zurück.
Source: bild.de