Birmingham: Leichtathletik-EM beginnt mit Vorläufen und Medaillenhoffnungen

Livestream - Die Leichtathletik-EM mit fünf Entscheidungen

DLV-Athletinnen in den Vorrunden

Die Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham, die vom 10. bis 16. August stattfindet, ist ein Höhepunkt im europäischen Leichtathletik-Kalender. Insgesamt 114 deutsche Athletinnen und Athleten treten im Alexander Stadium gegen die europäische Konkurrenz an. Am ersten Tag standen mehrere Vorläufe auf dem Programm, darunter die 100 Meter der Frauen und die 100 Meter Hürden.

Im 100-Meter-Vorlauf der Frauen verpasste Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar) das Halbfinale. Ihre Zeit von 11,47 Sekunden reichte für den 18. Platz in den Vorläufen, wobei sie ihr Rennen bei Windstille absolvierte, während andere Läufe von Rückenwind profitierten. Kadiri, die zum ersten Mal auf einer großen Bühne antrat, äußerte sich stolz über ihre Teilnahme als junge Athletin.

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Die schnellste Zeit in den Vorläufen erzielte Boglarka Takacs aus Ungarn mit 10,93 Sekunden, unterstützt durch 3,2 Meter pro Sekunde Rückenwind. Gina Lückenkemper (SCC Berlin) und Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) stiegen erst im Halbfinale in den Wettbewerb ein.

Im Halbfinale der 100 Meter der Frauen schaffte es kein deutsches Duo ins Finale. Gina Lückenkemper lief 11,28 Sekunden und belegte am Ende Rang 15. Sie hatte in den Wochen zuvor mit den Nachwirkungen eines Zeckenbisses zu kämpfen, was ihr Gleichgewichtssystem beeinträchtigte und sie auf den ersten 30 Meter langsamer machte. Rebekka Haase erreichte mit 11,36 Sekunden den siebten Platz in ihrem Rennen. Den Titel über 100 Meter sicherte sich Amy Hunt mit 11,00 Sekunden.

Bei den 100 Meter Hürden zogen alle drei deutschen Sprinterinnen ins Halbfinale ein. Rosina Schneider (TV Sulz) zeigte sich in Top-Form und lief im dritten Vorlauf mit 12,76 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit, die gleichzeitig die beste Zeit aller drei Vorläufe war. Auch Lia Flotow (1. LAV Rostock) erreichte das Halbfinale, obwohl sie nach einem verpassten Start noch zittern musste. Ihre Zeit von 12,95 Sekunden reichte für den neunten Platz in der Endabrechnung der zwölf schnellsten Hürdensprinterinnen. Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen) war bereits vorab für das Halbfinale qualifiziert.

Im 400 Meter Hürden-Vorlauf verpasste Vanessa Baldé (Hamburger SV) knapp den Einzug ins Halbfinale. Die 23-Jährige belegte in ihrem Vorlauf den fünften Rang mit 56,52 Sekunden und ihr fehlten 18 Hundertstelsekunden zum Weiterkommen. Sie nahm wertvolle internationale Erfahrung mit, obwohl ihre EM-Reise damit endete. Die schnellste Zeit in den Vorläufen erzielte Lena Pressler aus Österreich mit 54,97 Sekunden. Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg) steigt als eine der zwölf Besten erst im Halbfinale ein.

Über 3.000 Meter Hindernis zogen Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) und Lea Meyer (VfL Löningen) souverän ins Finale ein. Sie liefen gemeinsam mit der Französin Flavie Renouard an der Spitze und sicherten sich mit Zeiten von 9:32,21 Minuten für Meyer und 9:32,27 Minuten für Krause die beiden besten Qualifikationszeiten.

Medaillenhoffnungen und Zeitplan

Die Leichtathletik-EM in Birmingham verspricht eine Woche voller Entscheidungen, mit insgesamt 50 Medaillenentscheidungen über sieben Tage. Der DLV-Sportboss Dr. Jörg Bügner äußerte sich optimistisch über das Team, das sowohl erfahrene Medaillengewinner als auch junge Talente umfasst. Er betonte das Ziel, als Team geschlossen aufzutreten und in der Nationenwertung eine gute Rolle zu spielen.

Einige der deutschen Medaillenhoffnungen sind:

  • Leo Neugebauer (26): Der Zehnkampf-Weltmeister und Olympia-Silbermedaillengewinner kämpft um seine erste EM-Medaille. Seine Entscheidung fällt am Mittwoch und Donnerstag.
  • Malaika Mihambo (32): Die Weitspringerin, die bereits Gold bei Olympia, WM und EM gewonnen hat, zeigte sich Mitte Juli in London mit einem Sprung von 7,05 Meter in Form. Ihre Entscheidung ist für Sonntag geplant.
  • Frederik Ruppert (29): Er stellte im Mai einen europäischen Rekord über 3000 Meter Hindernis mit 7:57,80 Minuten auf. Seine Entscheidung ist ebenfalls am Sonntag.
  • Gesa Krause (34): Die zweifache EM-Goldmedaillengewinnerin kehrt auf die Hindernisstrecke zurück. Ihre Entscheidung findet am Donnerstag statt.
  • Julian Weber (31): Trotz gesundheitlicher Probleme hat er in diesem Jahr die weiteste europäische Wurfweite von 87,04 Meter erzielt. Seine Entscheidung ist für Samstag angesetzt.

Die 3000-Meter-Hindernis-Disziplin wird als neue Top-Disziplin für die Deutschen angesehen, da sowohl bei den Frauen (Krause, Meyer) als auch bei den Männern (Ruppert, Bebendorf) jeweils zwei Athleten zu den Top-Athleten zählen. Die Übertragungen der Wettkämpfe erfolgen durch ARD, ZDF und Eurosport.

Am ersten Tag der EM, dem 10. August, begann die Qualifikation im Kugelstoßen und der 100-Meter-Lauf der Frauen um 11:35 Uhr. Das Finale im Kugelstoßen war für 20:00 Uhr angesetzt, gefolgt vom Finale im 100-Meter-Lauf der Frauen um 22:50 Uhr.

Einige Athleten wie Owen Ansah werden vorsorglich nicht in den Staffeln eingesetzt, da ein Nada-Verfahren wegen des Vorwurfs einer verweigerten Dopingkontrolle läuft. Trotzdem rechnet der DLV mit vielen starken Auftritten und einer guten Platzierung in der Nationenwertung.

Source: leichtathletik.de

Paul Schäfer ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.

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