Birmingham: Gina Lückenkemper verpasst 100-Meter-Finale bei EM

Die deutsche Top-Sprinterin Gina Lückenkemper hat das 100-Meter-Finale bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham verpasst. Im Halbfinale erreichte die für den SCC Berlin antretende Athletin den fünften Platz in ihrem Lauf. Trotz des Ausscheidens zeigte sich Lückenkemper nach dem Rennen zufrieden mit ihrer Leistung.
Im Interview äußerte sich Lückenkemper emotional und erklärte, dass die Tränen, die sie vergoss, Tränen des Glücks und der Dankbarkeit seien. Sie betonte, dass es alles andere als selbstverständlich sei, bei einer solchen Veranstaltung auf der Bahn zu stehen, besonders nach den Herausforderungen der letzten Wochen. Ein Startplatz bei der EM sei etwas Besonderes, das man sich verdienen müsse.
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Herausfordernde Vorbereitung
Die Vorbereitung auf die Europameisterschaft war für Lückenkemper von Schwierigkeiten geprägt. Anfang Juli wurde sie am Hinterkopf von einer Zecke gebissen. Diese gesundheitlichen Probleme führten nach eigenen Angaben zu Nervensystemproblemen und erforderten Trainingspausen. Auch Wochen später kämpfte sie noch mit den Nachwirkungen des Zeckenbisses.
Lückenkemper hatte bereits vor der EM in einem Interview erwähnt, dass sie sich im Startblock mitunter „orientierungslos“ gefühlt habe. Auch in Birmingham kam sie schlecht aus den Blöcken und hatte von Beginn an einen deutlichen Rückstand auf die Spitze. Ihre Endzeit im Halbfinale betrug 11,28 Sekunden, die sie zeitgleich mit Tatjana Pinto erreichte, die einst für Deutschland startete und nach Portugal gewechselt ist.
Die Britin Amy Hunt sicherte sich den Vorlauf-Sieg in 10,99 Sekunden. Eine weitere deutsche Sprinterin, Rebekka Haase, verpasste ebenfalls das Finale. Sie wurde in ihrem Halbfinale Siebte mit einer Zeit von 11,36 Sekunden.
Blick auf die Staffeln
Trotz des Ausscheidens im Einzelwettbewerb ist die Europameisterschaft für Gina Lückenkemper noch nicht beendet. Sie wird in den Staffelrennen antreten und hat dort weiterhin Medaillenchancen. Lückenkemper freut sich auf die 4 × 100 Meter Frauen und die 4 × 100 Meter Mixed-Staffel, die aus zwei Frauen und zwei Männern besteht.
Die deutschen Teams haben in diesen Staffelwettbewerben gute Aussichten auf eine Medaille. Lückenkemper, die bereits mehrere EM-Medaillen gewonnen hat, darunter Gold im Jahr 2022, Silber im Jahr 2018 und Bronze im Jahr 2016, sieht in den Teamwettbewerben weitere Erfolgschancen. Sie beschreibt das Staffellaufen als „Fangen spielen deluxe“.
Die Doppel-Europameisterin von 2022 gilt als eines der Aushängeschilder der deutschen Leichtathletik. Ihre ehemalige Sprint-Kollegin Sina Meyer hob hervor, dass Lückenkemper eindrucksvoll mit Drucksituationen umgehen kann und oft gezeigt hat, dass sie in entscheidenden Momenten Leistung abrufen kann. Diese Fähigkeit könnte in den bevorstehenden Staffelrennen von Bedeutung sein.
Die EM in Birmingham bietet somit weiterhin die Möglichkeit für Gina Lückenkemper, ihre Medaillensammlung zu erweitern, auch wenn der Einzelwettbewerb über 100 Meter nicht wie erhofft verlief. Die Staffelläufe stehen im Fokus, nachdem der Einzelwettbewerb abgeschlossen ist.
Source: bild.de