Birmingham: Krause gewinnt Gold, Meyer hadert nach Sturz mit Rennen

„Bin trotzdem die Beste Europas“: Gestürzter Lauf-Star motzt gegen GOLD-Gesa

Bei den Europameisterschaften in Birmingham hat Gesa Krause ihre dritte Goldmedaille über 3.000 Meter Hindernis gewonnen. Das Rennen war von einem dramatischen Sturz der deutschen Läuferin Lea Meyer in der letzten Runde geprägt, die trotz des Vorfalls den vierten Platz erreichte. Olivia Gürth sicherte sich in demselben Wettbewerb die Bronzemedaille.

Lea Meyer führte das Rennen über weite Strecken an und bestimmte das Tempo, da sie sich in einem schnellen Rennen bessere Chancen ausrechnete als in einem Schlussspurt. Ihr Plan schien aufzugehen, bis sie am letzten Wassergraben stürzte. Nach dem Sturz stand sie wieder auf und beendete das Rennen als Vierte.

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Meyers Frustration nach dem Rennen

Unmittelbar nach dem Zieleinlauf äußerte Lea Meyer ihren großen Frust. Sie zog ihre Startnummer vom Bein und warf sie auf die Bahn. In einem Interview kurz darauf beschrieb sie ihren Zustand als „Scheiße!“ und erklärte: „Ich behaupte, ich bin die beste Hindernisläuferin Europas.“ Sie fügte hinzu, dass sie die Medaille verdient gehabt hätte und der Sturz „dämlich“ sei.

Meyer kritisierte auch die Renntaktik von Gesa Krause. Sie merkte an, dass Krause „einfach keinen Meter was machen“ wolle und stattdessen im Windschatten verblieb, um Kräfte für den Endspurt zu sparen. Krause reagierte darauf mit Bedauern über den Sturz ihrer Konkurrentin und betonte, dass die Entscheidung, die Führungsarbeit zu übernehmen, jedem selbst überlassen sei. Sie selbst sei keine Frontläuferin und bevorzuge es, auf der letzten Runde Gas zu geben, besonders bei Meisterschaften.

Gesa Krause erklärte, dass sie den Sturz von Lea Meyer zutiefst bedauere, da sie selbst ähnliche Situationen erlebt habe und dies niemandem wünsche. Sie stellte klar, dass die Wahl der Renntaktik, ob man die Führung übernimmt oder sich im Windschatten hält, eine bewusste Entscheidung jedes Athleten sei. Krause ist bekannt für ihren starken Endspurt, dem die Konkurrenz oft nicht gewachsen ist.

Einige Minuten nach ihrem ersten Interview zeigte Lea Meyer eine differenziertere Sichtweise. Sie räumte ein, dass sie wusste, dass Gesa Krause ihren starken Endspurt nutzen würde. „Ich wusste, sie kommt dann. Ich meine, sie kommt immer an der gleichen Stelle. Es ist irgendwie keine große Überraschung“, sagte Meyer. Sie erkannte auch an, dass Krause eine der besten Meisterschaftsläuferinnen überhaupt sei und in solchen Rennen kaum zu schlagen ist.

Trotz des Sturzes und der Enttäuschung bekräftigte Lea Meyer ihren Anspruch, die beste Hindernisläuferin Europas zu sein. Sie führte an, dass die Fähigkeit, nach einem solchen Sturz noch den vierten Platz zu erreichen, ihr Leistungsvermögen unterstreiche. Gesa Krause sicherte sich mit einer Zeit von 9:12,69 Minuten die Goldmedaille, während Olivia Gürth mit 9:15,33 Minuten Bronze gewann. Silber ging an Alice Finot aus Frankreich mit 9:14,24 Minuten. Lea Meyer erreichte das Ziel in 9:17,07 Minuten.

Weitere Medaillen für das DLV-Team

Der vierte Tag der Europameisterschaften in Birmingham war für das deutsche Team sehr erfolgreich. Neben den Medaillen im 3.000 Meter Hindernislauf der Frauen gab es weitere Erfolge. Im Zehnkampf feierten die deutschen Athleten einen Doppelsieg: Leo Neugebauer gewann Gold, und Niklas Kaul sicherte sich Silber. Amadeus Gräber erreichte einen starken achten Platz mit 8.162 Punkten.

Leo Neugebauer, der bereits Weltmeister ist, verteidigte seine Führung im abschließenden 1.500-Meter-Lauf mit letzter Kraft. Er hatte nach den 1.500 Metern einen Vorsprung von 38 Punkten vor Niklas Kaul. Neugebauer taumelte erschöpft über die Ziellinie und brach danach zusammen, konnte aber den EM-Titel für sich beanspruchen. Bronze im Zehnkampf ging an Sander Skotheim aus Norwegen.

Auch im Diskuswerfen gab es eine Medaille für Deutschland. Henrik Janssen gewann Bronze mit einer Weite von 69,53 Metern, was gleichzeitig eine Saisonbestleistung für ihn darstellte. Der Slowene Kristjan Ceh sicherte sich Gold mit einem Meisterschaftsrekord von 70,83 Metern im ersten Versuch. Owen Ansah zeigte eine starke Leistung im Halbfinale über 200 Meter der Männer und qualifizierte sich als Schnellster mit einer Zeit von 20,04 Sekunden für das Finale.

Im Dreisprung der Frauen erreichte Kira Wittmann mit einer Weite von 14,32 Metern den sechsten Platz. Gold in dieser Disziplin ging an Dariya Derkach aus Italien mit 14,60 Metern. Die Schweizerin Angelica Moser verteidigte ihren Titel im Stabhochsprung der Frauen und gewann Gold, während die Finnin Wilma Heltelä Silber und die Französin Marie-Julie Bonnin Bronze holten. Im 800-Meter-Lauf der Männer gewann der Ire Mark English Gold mit einer Zeit von 1:45,26 Minuten.

Die Europameisterschaften in Birmingham bieten weiterhin spannende Wettkämpfe. Julian Weber qualifizierte sich mit einer Weite von 84,02 Metern für das Speerwurf-Finale, das am Samstag, den 15.08.2026, stattfinden wird. Auch Nick Thumm erreichte mit einer persönlichen Bestleistung von 83,49 Metern das Finale. Die Halbfinals über 3.000 Meter Hindernis der Männer wurden von Frederik Ruppert und Karl Bebendorf erfolgreich bestritten, beide zogen ins Finale ein, das am Sonntag, den 16.08.2026, ausgetragen wird.

Im Hochsprung der Frauen erreichte Christina Honsel das Finale, das ebenfalls am Samstag, den 15.08.2026, stattfindet. Die 20-jährige Johanna Martin schied im Halbfinale über 400 Meter der Frauen aus.

Source: bild.de

Laura Koch ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.

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