Leichtathletik-EM: Smilla Kolbe fordert Respekt nach rassistischen Kommentaren

Kolbes Appell nach knapp verpasstem Finale
Die deutsche 800-Meter-Läuferin Smilla Kolbe hat bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham einen emotionalen Appell gegen Rassismus an die Öffentlichkeit gerichtet. Dies geschah, nachdem sie den Einzug ins Finale nur um zwei Hundertstelsekunden verpasst hatte. Die in den USA lebende Athletin erreichte eine Zeit von 1:58,21 Minuten, ihre zweitschnellste Karrierezeit. Im Vorlauf hatte sie mit 1:57,80 Minuten ihre persönliche Bestzeit aufgestellt und war damit die schnellste deutsche Läuferin seit 1990.
Obwohl das knappe Verpassen des Finales für die 24-Jährige frustrierend war, betonte sie im Anschluss, dass es ihr zweitschnellstes Rennen überhaupt gewesen sei und somit in Ordnung gehe. Doch ihr Hauptanliegen im Interview nach dem Rennen war ein anderes, wie sie deutlich machte, als sie fragte, ob sie noch etwas sagen dürfe.
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Kritik an Hass-Kommentaren und Forderung nach Fairness
Kolbe positionierte sich klar gegen rassistische Kommentare, die sie in den sozialen Medien wahrnimmt. „Ich lese so viele Kommentare und freue mich über den Support, den wir kriegen. Aber trotzdem sehe ich bei manchen Athleten krasse Kommentare. Wir vertreten hier Deutschland und ich erwarte da mehr Respekt“, sagte sie deutlich. Sie fügte hinzu, dass sie sich nicht vorstellen wolle, wie es wäre, wenn sie nicht so hellhäutig wäre, wie sie ist, und bezeichnete dies als erschreckend.
Die deutsche Meisterin betonte, dass Fairness und Respekt die Werte im Sport seien und sie diese auch von allen Zuschauern erwarte. Sie nannte keine konkreten Teamkollegen, die von Hass-Kommentaren betroffen sind, wies jedoch darauf hin, dass solche Kommentare unter vielen Posts zu sehen seien. Ihr war es wichtig, dieses Thema anzusprechen, obwohl sie sich auch auf das Positive konzentrieren möchte.


DLV positioniert sich klar gegen Rassismus
Die Kritik von Smilla Kolbe richtet sich insbesondere gegen rassistische Äußerungen, die in den Kommentarspalten auftauchen. Sie hob hervor, wie wichtig es ihr sei, dies zu sagen, und forderte von allen Zuschauern den nötigen Respekt, um die Leistungen der Athleten zu würdigen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat sich bereits in der Vergangenheit klar gegen Rassismus positioniert.
So ist beispielsweise der 100-Meter-Sprinter Owen Ansah immer wieder von rassistischen Kommentaren betroffen. Bereits vor zwei Jahren kündigte der DLV an, juristische Schritte gegen solche Vorfälle zu prüfen. Der Verband vertritt eine Nulltoleranzpolitik gegenüber Rassismus, Hetze, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit, wie ein DLV-Vorstand damals erklärte. Er äußerte Unverständnis dafür, dass solche Verhaltensweisen in der heutigen Zeit noch auftreten, und bezeichnete dies als sehr rückwärtsgerichtet. Der DLV versicherte, alles zu tun, um seine Athleten zu schützen.
Die britische Olympiasiegerin Keely Hodgkinson zog mit 1:57,28 Minuten als Schnellste ins Finale ein, gefolgt von der niederländischen Hürden-Weltmeisterin Femke Broeders-Bol mit 1:57,46 Minuten.
Source: n-tv.de