Mannheim: Polizei stürmt Platz bei DFB-Pokal-Derby zwischen Lautern und Mannheim

Das DFB-Pokal-Derby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern wurde von tumultartigen Szenen überschattet, die ein Eingreifen der Polizei auf dem Spielfeld erforderlich machten. Nach Abpfiff der regulären Spielzeit, beim Stand von 0:0, eskalierte die Situation, was zu einer Spielunterbrechung führte.
Die Partie, die der 1. FC Kaiserslautern schließlich mit 1:0 nach Verlängerung gewann, war geprägt von Auseinandersetzungen zwischen Spielern und dem Einsatz von Pyrotechnik durch Fans beider Lager. Schiedsrichter Robert Schröder musste das Spiel mehrfach unterbrechen.
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Eskalation auf dem Spielfeld
Kurz vor Ende der regulären Spielzeit kam es zu einer großen Rudelbildung nahe des Mannheimer Blocks, in die Lautern-Kapitän Marlon Ritter involviert war. Von der Haupttribüne flogen daraufhin Gegenstände wie Bierbecher und Regenschirme in Richtung Ritter. Als Reaktion wurden Pyroraketen aus dem Lautern-Block auf die Haupttribüne geschossen.
Die Situation verschärfte sich, als Mannheimer Fans versuchten, das Spielfeld zu stürmen. Schiedsrichter Schröder schickte daraufhin beide Teams in die Kabinen und unterbrach die Begegnung. Während dieser Unterbrechung flogen weitere Bengalos aus dem Mannheimer Block bis über den Mittelkreis und verfehlten dabei einige Lautern-Profis nur knapp.
Mehrere Hundertschaften der Polizei stürmten daraufhin den Rasen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Der komplette Mannheimer Block wurde abgeriegelt. Sogar berittene Polizisten waren auf dem Spielfeld im Einsatz, wobei ein Bengalo direkt neben einem der Pferde explodierte.
Reaktionen und Spielverlauf
Sky-Moderator Patrick Wasserziehr beschrieb die Szenen als „unglaublich unschön“ und betonte, dass das Spiel bei der kleinsten weiteren Eskalation abgebrochen worden wäre. Waldhof-Kapitän Klünter versuchte, auf die Fans seiner Mannschaft einzuwirken. Hinter dem Mannheimer Tor zeigten sich Spuren der Verwüstung, mit abgerissenen Werbebanden.
Mannheims Sportdirektor Mathias Schober kritisierte die Platzstürme, prangerte aber auch „massive Provokationen“ von Lauterns Profi Marlon Ritter an. FCK-Sportgeschäftsführer Thomas Hengen betonte, dass solche Vorfälle dem Fußball schaden würden.


Die Polizei verließ das Spielfeld nach einer etwa 20-minütigen Unterbrechung um 20:29 Uhr. Das Spiel wurde um 20:38 Uhr fortgesetzt. Die Entscheidung fiel kurz vor Schluss der Verlängerung, als Ibrahim Kanaté in der 120. Minute aus 20 Metern ins rechte Toreck traf und dem 1. FC Kaiserslautern den 1:0-Sieg sicherte.
Die Partie war bereits zuvor durch Pyrotechnik aus dem Gästeblock unterbrochen worden, und Heimfans hatten Gegenstände in Richtung des FCK-Keepers Julian Krahl geworfen. Trotz der anfänglichen positiven Bilanz des Polizeieinsatzes bis zur Eskalation nach der regulären Spielzeit, drohte das Spiel mehrfach abgebrochen zu werden.
Die beiden Fan-Lager sind seit den frühen 1980er Jahren verfeindet, was sich auch in diesem aufgeheizten Duell auf den Rängen zeigte.
Source: bild.de