Mannheim: DFB-Pokal-Derby eskaliert, Kaiserslautern gewinnt

Eskalation im DFB-Pokal-Derby
Das Erstrundenspiel im DFB-Pokal zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern endete mit einem 1:0-Sieg für Kaiserslautern nach Verlängerung, wurde jedoch von einer Eskalation auf den Rängen überschattet. Die Partie stand kurz vor dem Abbruch, nachdem es zu Auseinandersetzungen und dem Abfeuern von Pyrotechnik kam.
Nach einer Rudelbildung auf dem Spielfeld flogen Pyroraketen aus dem Kaiserslautern-Block in Richtung der Haupttribüne. Daraufhin versuchten Mannheimer Fans, das Spielfeld zu stürmen. Schiedsrichter Robert Schröder unterbrach die Partie für etwa eine halbe Stunde, und die Polizei musste eingreifen, wobei auch berittene Beamte zum Einsatz kamen. Rund 30 Polizisten wurden bei dem Einsatz verletzt.
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Matthias Schober, Sportdirektor von Mannheim, äußerte sich nach dem Spiel und machte Kaiserslauterns Kapitän Marlon Ritter indirekt für die Eskalation mitverantwortlich. Schober erklärte, dass nach der Rudelbildung Raketen aus dem Lautern-Block auf die Haupttribüne geschossen wurden, was seiner Meinung nach der Auslöser für die Spielunterbrechung war. Er fügte hinzu, dass Ritter auf seine Art provoziert und Dampf abgelassen habe, was die Becherwürfe zwar nicht entschuldige, aber als sehr provokativ empfunden wurde. Schober kritisierte auch, dass Ritter kurz vor Ende der Partie bei jeder Ecke Zeit ließ und provozierte.
Ritter selbst zeigte sich unbeeindruckt von den Vorwürfen und betonte, dass jeder seine Meinung sagen dürfe. Er verwies auf Sprüche von der Waldhof-Bank, erklärte aber, dass der Sieg für Kaiserslautern zähle.
Reaktionen und Folgen
Thomas Hengen, Geschäftsführer von Kaiserslautern, zeigte sich selbstkritischer und betonte, dass viele Leute provoziert hätten und die Geschehnisse auf den Rängen von beiden Seiten furchtbar gewesen seien. Er lobte die schnelle Reaktion der Polizei und gab an, nicht damit gerechnet zu haben, dass das Spiel noch zu Ende gespielt werden würde. Hengen hob hervor, dass ein Derby nicht ausarten dürfe, da dies dem Fußball schade.
Schiedsrichter Robert Schröder beschrieb die Situation als sehr heftig und erklärte, dass der Spaß aufhöre, wenn Raketen auf das Spielfeld und die Tribünen fliegen. Er bestätigte, dass das Spiel sehr nah am Abbruch stand, aber nach Abstimmung mit Polizei und Sicherheitskräften entschieden wurde, fortzufahren.


Mannheims Kapitän Lukas Klünter schien von der Eskalation im Interview relativ unbeeindruckt. Er sprach von einem besonderen Abend mit einer „supergeilen Stimmung“ und betonte, dass er vom Spiel spreche, während alles andere analysiert werden müsse. Auch Kaiserslautern-Spieler Semih Şahin gab an, wenig von den Szenen mitbekommen zu haben, da sie sich auf das Spiel konzentrierten. Er meinte, dass solche Vorfälle zu einem Derby dazugehören, das lange nicht gespielt wurde.
Auch aus der Politik gab es Reaktionen. Manuel Hagel, Innenminister von Baden-Württemberg, bezeichnete das Spiel als Hochrisikospiel und lobte die professionelle Vorbereitung der Polizei. Er verurteilte den Missbrauch des Fußballs als Bühne für Gewaltexzesse und betonte, dass diejenigen, die andere Fans in Gefahr bringen und Sicherheitskräfte verletzen, Kriminelle seien und entsprechend behandelt würden. Hagel drückte seine Dankbarkeit gegenüber den Einsatzkräften aus und wünschte den verletzten Polizisten gute Besserung.


Trotz der Vorfälle auf den Rängen lobte Kaiserslautern-Coach Torsten Lieberknecht die Leistung beider Mannschaften auf dem Platz und betonte, dass sie fair gekämpft hätten. Er bedauerte die Geschehnisse abseits des Spielfelds und hob hervor, dass es darum gehen sollte, über den Fußball zu sprechen und wie ein Derby auf dem Platz ausgetragen wird.
Source: bild.de