Rad-Weltverband verteidigt nächtliche Dopingkontrollen bei der Tour de France

Diskussionen um nächtliche Dopingkontrollen
Nächtliche Dopingkontrollen haben bei der Tour de France 2026 zu Diskussionen geführt. Die International Testing Agency (ITA), die für die Kontrollen zuständig ist, unterzog alle noch im Rennen befindlichen Fahrer am zweiten Ruhetag einer Dopingkontrolle. Diese Tests fanden zu den üblichen Zeiten statt, im Gegensatz zu den nächtlichen Kontrollen bei Fahrern wie Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar.
Tadej Pogacar äußerte sich besorgt über eine Kontrolle um 2 Uhr nachts und meinte, dies könne die Konzentration beeinträchtigen. Ralph Denk vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe vertritt jedoch eine andere Ansicht. Er betonte, dass die Dopingkontrollen bei seinem Team am Abend oder zu Beginn der Nacht stattfanden und nicht viel Schlaf geraubt wurde. Denk sieht die Kontrollen vor dem Zeitfahren sogar eher positiv.
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Evenepoel gewinnt, Lipowitz stürzt schwer
Der Belgier Remco Evenepoel gewann die zweite Etappe der Tour de France in Folge. Er nahm Tadej Pogacar beim Einzelzeitfahren am Genfer See fast eine halbe Minute ab. Mattias Skjelmose belegte den dritten Platz mit einem Rückstand von über einer Minute.
Überschattet wurde das Rennen jedoch von einem schweren Sturz des deutschen Fahrers Florian Lipowitz. Lipowitz rutschte beim Einzelzeitfahren in einer Rechtskurve weg und prallte gegen einen Bordstein. Dabei zog er sich einen Bruch des rechten Schlüsselbeins zu und musste die Tour de France aufgeben. Er wurde umgehend ärztlich versorgt und in ein mobiles Medizinisches Zentrum gebracht.
Florian Lipowitz wurde nach seinem Sturz am Dienstag bereits operiert und wird voraussichtlich noch bis Donnerstag in einem Krankenhaus in Frankreich behandelt. Ralph Denk, Teamchef von Red Bull-Bora-hansgrohe, teilte dies am Mittwoch vor dem Start der 17. Etappe in Chambéry mit. Denk konnte bereits persönlich mit Lipowitz sprechen und berichtete, dass es ihm gut gehe.
Lipowitz sei „mega enttäuscht“ über das vorzeitige Ausscheiden aus der Tour, da viele Monate strategischer Arbeit und Entbehrungen in die Vorbereitung geflossen seien. Denk fügte hinzu, dass sie bereits gescherzt hätten, dass solche Rückschläge zum Sport dazugehören und Lipowitz nicht der einzige große Rennfahrer sei, dem dies passiert ist. Er spielte damit auch auf Jonas Vingegaard an, der ebenfalls mit einem Schlüsselbeinbruch ausgeschieden war.
Konkurrenten und Teammitglieder zeigten sich bestürzt über den Sturz und das Tour-Aus von Florian Lipowitz. Im Team Red Bull-Bora-hansgrohe war die Stimmung entsprechend gedrückt. Der Sportliche Leiter Klaas Lodewyck bezeichnete den Verlust von Lipowitz als schweren Schlag für das Team. Auch Ralph Denk äußerte sein Bedauern und betonte, dass Lipowitz nicht nur im Kampf um das Podium, sondern auch als Mensch vermisst werde. Evenepoel, der Tagessieger, wünschte Lipowitz alles Gute und hoffte, dass der Sturz nicht zu schlimm sei. Tadej Pogacar merkte an, dass er in derselben Kurve, in der Lipowitz stürzte, ebenfalls fast zu Fall gekommen wäre.
Ralph Denk lobte das medizinische Team für die reibungslose Organisation der Operation. Er hob hervor, dass solche Situationen die Qualität eines Rennstalls zeigen. Denk betonte, dass das Team nicht nur gute Trainingspläne und Rennstrategien entwickeln könne, sondern die Fahrer auch an schlechten Tagen bestmöglich unterstütze. Er erwähnte auch, dass das Netzwerk des Red Bull-Kosmos mit seinen Kontakten in die Sportwelt dabei helfe, medizinische Versorgung schnell zu organisieren.
Denk wollte nicht verraten, wo Lipowitz operiert wurde, da dies Privatsache sei. Auch zur Frage, ob Teamärzte die Operation durchgeführt hätten, äußerte er sich bedeckt und sprach lediglich von „aus dem Netzwerk“. Wann und wo Lipowitz sportlich wieder aktiv sein wird, konnte der Teamchef noch nicht sagen, da es noch zu früh sei, darüber Pläne zu machen. Er gehe jedoch davon aus, dass Lipowitz dieses Jahr noch auf dem Rad und bei Rennen zu sehen sein wird.
Das Team Red Bull-Bora-hansgrohe legt Wert auf die physische und mentale Gesundheit der Fahrer. Eine spezielle Abteilung für mentale Performance wird sich um Lipowitz kümmern, um ihm bei der Verarbeitung des Sturzes zu helfen. Obwohl Denk die Streckensicherheit in der Kurve, in der Lipowitz stürzte, als mangelhaft kritisierte, machte er den Fahrer selbst für den Unfall verantwortlich, da dieser an dieser Stelle wohl zu schnell unterwegs gewesen sei.
Spannendes Duell um das Grüne Trikot
Ein spannendes Duell um das Grüne Trikot des Punktbesten zeichnet sich ab. Mads Pedersen erlebte auf der 17. Etappe einen „richtigen Scheißtag“, wie er selbst sagte. Er hatte gehofft, den Kampf um das Grüne Trikot für sich zu entscheiden. Tourreporter Michael Ostermann berichtete über die Stimmung bei Pedersens deutschem Team Lidl-Trek und einen wahrscheinlichen Showdown mit Jasper Philipsen in Paris.
Jasper Philipsen gewann die 17. Etappe der Tour de France. Der Belgier siegte im Sprint einer Ausreißergruppe und sprach anschließend von einer „Achterbahnfahrt“ während der Tour. Die 17. Etappe führte über 174,7 Kilometer von Chambéry nach Voiron und galt als die vom Profil her leichteste Alpen-Etappe dieser Tour.
Adam Yates hatte etwa 60 Kilometer vor dem Ziel der 17. Etappe große Probleme, den anderen Fahrern zu folgen. Sein Teamkollege Nils Politt erklärte nach dem Rennen, Yates habe Magenprobleme gehabt. Trotz eines Rückstands von knapp 27 Minuten erreichte Yates das Ziel innerhalb der Karenzzeit und kann die Tour fortsetzen. Yates ist ein wichtiger Helfer für Tadej Pogacar im Rennstall UAE. Vor dem Start der Etappe lag der 33-Jährige auf Platz 14 im Gesamtklassement mit einem Rückstand von 29 Minuten und 14 Sekunden. Yates konnte 2023 eine Etappe der Tour de France gewinnen und 2022 die Gesamtwertung der Deutschland Tour.
Nach dem Tour-Aus von Florian Lipowitz und den Ergebnissen des Zeitfahrens hat sich das Feld der Podiumskandidaten gelichtet. Remco Evenepoel hat nun gute Chancen auf den zweiten Platz in Paris, mit einem Vorsprung von 2 Minuten und 19 Sekunden auf den dritten Platz. Isaac del Toro und Paul Seixas liegen nur 19 Sekunden auseinander. Der 22-jährige Mexikaner und der 19-jährige Franzose haben einen Vorsprung von über zwei Minuten auf den Fünften Juan Ayuso vor den kommenden Alpen-Etappen.
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Source: sportschau.de