Viruswelle beeinträchtigt Tour de France-Teams, auch Pogacars Helfer betroffen

Virale Herausforderungen für Teams
Die diesjährige Tour de France ist von einer weitreichenden Krankheitswelle betroffen, die fast alle der 23 Teams erfasst hat. Auch das Team UAE Emirates von Spitzenfahrer Tadej Pogacar muss mit Ausfällen kämpfen. Auf der 18. Etappe von Voiron nach Orcières-Merlette musste Brandon McNulty (USA) krankheitsbedingt aufgeben. Er war unterwegs vom Rad gestiegen, geschwächt und konnte die Etappe nicht beenden. Zuvor war Adam Yates (Großbritannien) auf der 17. Etappe bereits mit einem deutlichen Rückstand von fast 26 Minuten ins Ziel gekommen.
Die Situation im Team von Pogacar ist angespannt, besonders im Hinblick auf die bevorstehenden entscheidenden Etappen in den Alpen. Tim Wellens (Belgien) erreichte das Ziel in Orcières-Merlette nur knapp innerhalb des Zeitlimits. Sportdirektor Matxin Fernandez bestätigte, dass es sich um unterschiedliche Beschwerden handelt: Bei Yates war es der Magen, während McNulty starke Halsschmerzen hatte. Diese Krankheitswelle stellt eine erhebliche Belastung für die Mannschaften dar, da wichtige Helfer ausfallen oder geschwächt sind.
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Maßnahmen und Auswirkungen
Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ergreifen die Teams verschiedene Maßnahmen. Nils Politt, ein deutscher Fahrer im Team UAE Emirates, berichtete, dass die Fahrer die gesamte Tour über Einzelzimmer haben und versuchen, sich zu separieren. Das gemeinsame Abendessen, ein normalerweise schöner Teil des Tages, entfällt für diejenigen, die sich unwohl fühlen. Sie essen stattdessen auf ihren Zimmern. Politt verglich die Situation mit den Corona-Zeiten, in denen Händedesinfektion und das Tragen von Masken üblich waren. Er selbst trug am Teambus keine Maske, betonte aber, dass viele Fahrer im Feld angeschlagen seien.
Auch der bereits ausgeschiedene Mitfavorit Jonas Vingegaard (Dänemark), der aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs die Tour verlassen musste, trug außerhalb des Rennens meist eine Maske. Die Krankheitswelle ist nicht auf ein Team beschränkt; Politt erwähnte, dass auch andere Mannschaften betroffen sind. Er habe noch keine Tour de France erlebt, in der es keine Krankheiten gab, aber die aktuelle Verbreitung und die Anzahl der betroffenen Mannschaften auf einmal sei ungewöhnlich.


Trotz der Ausfälle versuchte Pogacar, die Lage herunterzuspielen. Er bezeichnete den Verlust von McNulty als bedauerlich, zeigte sich aber zuversichtlich, dass Yates sich erholen werde. Für die kommenden Etappen, insbesondere die beiden Fahrten hinauf nach Alpe d’Huez, könnte Pogacar nur auf drei voll leistungsfähige Fahrer zählen: Politt, Felix Großschartner und Isaac del Toro. Die Situation von Florian Vermeersch ist unklar, da auch er in Orcières-Merlette nur mit dem Gruppetto ins Ziel kam.
Rennverlauf und weitere Chancen
Die 18. Etappe wurde von Richard Carapaz (Ecuador) gewonnen. Der Olympiasieger von 2021 setzte sich aus einer Ausreißergruppe ab und sicherte sich den Sieg in Orcières-Merlette. Für Carapaz war es der zweite Etappensieg seiner Karriere bei der Tour. Er hatte es in den vergangenen drei Wochen immer wieder versucht und nutzte nun eine der letzten Gelegenheiten. Pogacar gratulierte Carapaz persönlich zum Erfolg, ohne dabei Schutzmaßnahmen wie eine Maske zu tragen.
Die Krankheitswelle könnte das Rennen beeinflussen, insbesondere für die Teams, die noch auf Etappenerfolge hoffen. Die Möglichkeiten für solche Erfolge schwinden, da nur noch wenige Etappen verbleiben. Auch Teams wie Netcompany-Ineos, die mit Egan Bernal und Thymen Arensman in der Ausreißergruppe vertreten waren, konnten im entscheidenden Moment nicht mithalten. Das Team Visma-Lease-A-Bike sucht ebenfalls noch nach Erfolgen, nachdem ihr Kapitän Vingegaard die Tour verlassen musste. Matteo Jorgenson (USA) beendete die 18. Etappe als Dritter, konnte aber Carapaz auf den letzten Kilometern nicht folgen.
Pogacar äußerte sich kämpferisch und betonte, dass sie die nächsten beiden Tage überleben werden. Er führt in der Gesamtwertung weiterhin mit 4:32 Minuten vor Remco Evenepoel (Belgien), während sein Teamkollege Isaac del Toro mit +6:51 Minuten Dritter ist. Die kommenden Tage mit der Doppel-Bergankunft in Alpe d’Huez werden eine harte Prüfung für Pogacar und sein geschwächtes Team sein, bevor es am Sonntag nach Paris geht.
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Source: bild.de