Mannheim: Nach Derby-Eklat kündigt DFB Konsequenzen an

Eskalation nach dem Südwest-Derby
Das DFB-Pokal-Spiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern, welches die Pfälzer mit 0:1 nach Verlängerung für sich entschieden, wird durch die Vorkommnisse abseits des Spielfelds überschattet. Nach Ausschreitungen hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Konsequenzen für beide Vereine angekündigt. Der DFB wird die Berichte auswerten und den zuständigen Gremien zuleiten, da für sicherheitsgefährdendes Verhalten im Fußball kein Platz sei.
Die Situation eskalierte nach torlosen 90 Minuten, als nach einer Rudelbildung zwischen den Spielern auf dem Rasen einige FCK-Anhänger Feuerwerkskörper in den Sitzplatzbereich schossen. Daraufhin stürmten Mannheimer Fans den Platz. Einsatzkräfte der Polizei mussten einschreiten, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Zeitweise drohte ein Abbruch der Partie.
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Der Anpfiff zur Verlängerung musste infolge der Krawalle kurzzeitig verschoben werden, nach Wiederaufnahme des Spiels blieb es jedoch ruhig. Nach dem Spiel löschte die Feuerwehr einen von FCK-Anhängern im Gästefanblock gezündeten Brand. Die Polizei ermittelt nun wegen Beleidigungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz.
Verletzte und Kritik
Nach Polizeiangaben wurden bei den Ausschreitungen 35 Beamte verletzt und mehrere Fußballfans vorläufig festgenommen. Insgesamt mussten 85 Personen medizinisch betreut werden, und acht von ihnen wurden zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Die behandelten Blessuren waren nach bisherigen Erkenntnissen leichte Verletzungen. Dabei wurden 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei Polizisten aus Baden-Württemberg leicht verletzt. Insgesamt waren rund 1.400 Sicherheitskräfte im Einsatz, darunter Beamte aus Rheinland-Pfalz und Bayern.
Der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel (CDU) verurteilte die Szenen und betonte, dass diejenigen, die Fußball als Bühne für Gewaltexzesse missbrauchen, andere Fans in Gefahr bringen und Sicherheitskräfte verletzen, keine Fans, sondern Kriminelle seien. Er kündigte an, dass diese Personen entsprechend behandelt würden, um Recht und Ordnung in den Stadien durchzusetzen.
Auch die Vereine äußerten Kritik an den Vorfällen. Lauterns Geschäftsführer Thomas Hengen erklärte, dass Emotionen bei einem Derby groß sein können, aber solche Ausschreitungen dem Fußball schaden. Er hob das Einschreiten der Polizei und das umsichtige Agieren des Schiedsrichterteams als entscheidend hervor, um einen Spielabbruch zu verhindern. Waldhof-Geschäftsführer Gerhard Zuber hätte sich einen Abbruch der Partie vorstellen können, insbesondere wenn Raketen in den Familienblock geschossen werden, da dies eine Grenze überschreite.
Handschlag-Eklat zwischen den Trainern
Neben den Ausschreitungen kam es nach dem Schlusspfiff zu einem Handschlag-Eklat zwischen den Trainern. Lautern-Trainer Torsten Lieberknecht wollte seinem Mannheimer Kollegen Rui Mota (47) die Hand geben, doch der Portugiese verweigerte dies gestikulierend. Stattdessen entwickelte sich ein Wortgefecht zwischen den beiden.
Auf der Pressekonferenz lieferte Mota eine ausführliche Erklärung auf Englisch und erhob schwere Vorwürfe gegen Lieberknecht. Er erklärte, er sei kein Heuchler und würde niemandem die Hand geben, der ihn während des Spiels attackieren wolle, nur damit es vor der Kamera gut aussehe. Mota betonte, dass man sich während des Spiels benehmen müsse und er keine zwei Gesichter habe. Der Mannheimer Pressesprecher übersetzte die Aussagen Motas anschließend. Lieberknecht wurde zu den Vorwürfen des Portugiesen nicht befragt.
Schiedsrichter Robert Schröder musste die Partie bereits während des Spiels unterbrechen, nachdem aus dem Lautern-Block Raketen flogen und Mannheim-Ultras den Platz stürmten. Schon zu Beginn der Partie war das Spiel unterbrochen worden, weil dichter Rauch aus dem FCK-Block durchs Carl-Benz-Stadion gezogen war. Vor dem Anpfiff der zweiten Halbzeit zeigte sich das gleiche Bild aus dem Mannheimer Block. Nach Angaben des Veranstalters besuchten rund 23.500 Zuschauer das ausverkaufte Carl-Benz-Stadion in Mannheim am Freitagabend, darunter etwa 3.500 Gästeanhänger.
Source: bild.de